Grünlippmuschel

Die Grünlippmuschel (Perna canaliculus), oft auch Grünschalmuschel genannt, lebte ursprünglich ausschließlich in den Gewässern rund um Neuseeland. Während die Maori, die Ureinwohner des pazifischen Inselstaates, die Meerestiere seit jeher als festen Bestandteil auf ihrem Speiseplan hatten, sind auch Wissenschaftler seit den 1980er Jahren auf die Grünlippmuscheln aufmerksam geworden. Denn die Forscher wollten herausfinden, warum traditionell lebende Maori kaum an altersbedingten und entzündlichen Erkrankungen der Gelenke leiden.

Dabei überprüften die Wissenschaftler auch die Grünlippmuschel und fanden heraus, dass diese Meeresbewohner unter anderem einen hohen Anteil an Glycosaminglykanen (GAG) enthalten. Als GAG wird eine Stoffgruppe sich wiederholender Disaccharid-Einheiten zusammengefasst. Diese sind bekanntermaßen für den Aufbau und die Funktion unserer Knorpel, Gelenke, Bänder und Bindegewebe wichtig. Denn sie binden Wasser (unter anderem als Gelenkflüssigkeit) und sorgen so für ein Höchstmaß an Elastizität und Gleitfähigkeit. Gleichzeitig helfen sie dem Knorpel dabei, Nährstoffe aufzunehmen. Andererseits hindern sie Bakterien am Eindringen in die Gelenke. Zwar kann der menschliche Körper selber GAG produzieren, doch nimmt die Bildung der Glycosaminglykane im Alter, aber auch bei bestimmten Krankheiten immer mehr ab. Der Abbau von Knorpelmasse und schlecht bewegliche, schmerzende Gelenke können die Folge sein.

Grünlippmuschel enthält viele gesunde Vitalstoffe

Die wertvollen Glycosaminglykane der Grünlippmuschel bieten einen hervorragenden Schutz für die menschlichen Gelenke. Außerdem zeichnet sich die Grünschalmuschel durch einen hohen Anteil an spezifischen Omega-3-Fettsäuren aus. Diese sind lebensnotwendige Stoffe, die ebenfalls unter anderem die Gelenke mit wichtigen Schmierstoffen versorgen, darüber hinaus Entzündungen hemmen, Schmerzen lindern und vor Infektionen schützen. Außerdem ist das Muschelfleisch reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Lipiden.

Charakteristisches Aussehen gab Grünlippmuschel den Namen

Die Grünlippmuschel, die zur Familie der Miesmuscheln gehört, hat an der Innenseite der Schale eine grüne Lippe, an der sie leicht erkennbar ist. Da die Muschel als Delikatesse gilt, wird sie mittlerweise vor den Küsten Neuseelands in großem Stil in Aquakulturen gezüchtet. Die neuseeländischen Wildbestände stehen hingegen unter Schutz. Mit großem Aufwand lässt sich aus der Grünlippmuschel ein Konzentrat aus wertvollen Glycosaminglykanen gewinnen, das weltweit bei Gelenkbeschwerden eingesetzt wird. Zahlreiche Studien belegen, dass die gut verträglichen Wirkstoffe der Grünlippmuschel die Krankheitssymptome bei Arthrose lindern können (u.a. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12872680).

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